Fischarten und Fangmethoden

An der Ostseeküste gibt es eine Vielzahl von Fischarten, lassen Sie uns Ihnen die vorstellen, die sich am häufigsten in den Netzen unserer Fischer wiederfinden lassen.

  • Aal
    Anguilla anguilla

    Der bis zu 150 Zentimeter lange und bis zu 6 Kilogramm schwere Aal sieht eher aus wie eine Schlange und weniger wie ein Fisch. Deswegen wird er auch in Reusen gefangen, denn durch die Netze würde er durchschlüpfen. Bevor er in unsere Küstengewässer gelangt, hat er eine lange Reise hinter sich: Er kommt mit dem Golfstrom aus seiner Kinderstube im Südwestatlantik, der Sargassosee. Fangsaison ist von Juli bis September. Der Aal wurde mehrfach zum Fisch des Jahres gekürt, weil sein festes Fleisch sowohl gebraten als auch geräuchert oder gedünstet sehr schmackhaft ist.

    Monate: Juni, Juli, August, September, Oktober
  • Brasse
    Abramis abrama

    Die Brasse gehört zu den karpfenartigen Weißfischen. Nach acht Jahren erreicht sie eine Größe von bis zu 90 Zentimetern und ein Gewicht von bis zu neun Kilogramm. Sie besitzt relativ große Schuppen in silbriger, bleigrauer Färbung. Ein besonderes Merkmal ist das vorstülpbare Maul, mit dem sie ihre Nahrung, bestehend aus Plankton, Mückenlarven, Muscheln, Schnecken und Schlammwürmern, aufnimmt. Sie laicht von April bis Juni in langsam fließenden Flüssen oder in Seen in Ufernähe. Aufgrund der hohen Vermehrungsrate gehört sie ebenfalls nicht zu den gefährdeten Fischarten.

    Monate: Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember
  • Dorsch
    Gadus morhua

    Der Dorsch ist ein Jäger. Er ernährt sich von Asseln und Fischen, die er vorzugsweise auf dem Meeresgrund jagt. Mit einer Größe von bis zu zwei Metern ist er eine imposante Erscheinung. Die meisten Dorsche, die mit Kiemennetzen gefangen werden, haben ein Gewicht bis sechs Kilogramm und werden 40 bis 80 Zentimenter groß. Ihre Laichplätze liegen in der südlichen Ostsee. Charakteristisch für das Aussehen des Dorsches sind der einzelne Bartfaden am Unterkiefer, die dreigeteilte Rückenflosse und das Fleckenmuster. Saison ist von März bis Mai und von September bis Dezember. Serviert wird das Dorschfilet gebraten oder gedünstet.

    Monate: Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember
  • Flunder
    Platichthys flesus

    Das Auffälligste an der bis zu 25 bis 30 Zentimeter langen und bis zu 300 Gramm schweren Flunder ist wohl, dass sich die Augenpaare auf einer Körperseite befinden. Bei zwei Dritteln aller Tiere auf der rechten Seite. Auf dieser Seite liegt der Plattfisch gern, um sich zu tarnen. Er ist sozusagen das Chamäleon unter den heimischen Fischen und passt seine Farbe der des Untergrundes an. Aber irgendwann geht auch er auf Nahrungssuche, vorzugsweise nach Muscheln, und dann wird er mit Stellnetzen gefangen. Saison ist von August bis Dezember. Zubereitet wird er als Räucher-, Koch- oder Bratfisch.

    Monate: Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember
  • Flussbarsch
    Perca fluviatilis

    Sein Markenzeichen ist die markante, geteilte und stachelstrahlige Rückenflosse sowie die rötlich gefärbten Schwanz- und Bauchflossen, die sich deutlich von dem olivfarbenen Körper abheben. Der Flussbarsch wird ca. 60 Zentimeter lang und erreicht ein Gewicht von bis zu fünf Kilogramm. Der Jäger gehört nicht zu den gefährdeten Arten, und man findet ihn sowohl in Flüssen als auch in stehenden Gewässern sowie dem Brackwasser der Ostsee. Gefangen wird er ganzjährig mit der Grundangel oder einem Kunstköder.

    Monate: Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember
  • Hecht
    Exox lucius

    Der „kapitale Hecht“ ist wohl der Inbegriff des Anglerlateins. Aber so abwegig ist das gar nicht. Das Raubtier erreicht in der Ostsee eine Größe von bis zu 150 Zentimetern und wird bis zu 16 Kilogramm schwer. Sein bevorzugtes Jagdrevier sind ufernahe Bereiche mit einem dichten Pflanzenbewuchs. Daraus schießt der wie ein Torpedo geformte Körper pfeilschnell heraus, um seine Beute mit seinen umklappbaren Fangzähnen zu greifen. Er gilt als schmackhafter Speisefisch und kommt gebraten, pochiert, gegrillt, als Hechtklöße oder -frikadelle auf den Tisch. Saison ist von Mai bis Dezember.

    Monate: Januar, Februar, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember
  • Hering
    Clupea harengus

    Der bis zu 25 Zentimeter lange und 300 Gramm schwere, unter Wasser silbrig schimmernde Ostseehering, ist für die meisten Küstenfischer in Mecklenburg-Vorpommern der sogenannte Brotfisch. Er kommt jedes Frühjahr in großen Schwärmen zum Laichen in die Region. Gefangen wird er an der Küste mit Stellnetzen und auf See mit Schleppnetzen. Saison ist von Februar bis April und von August bis November.

    Die bekanntesten Rezepte sind der Heringssalat, Rollmops und Heringslappen (-filet) in Dosenfisch.

    Monate: Januar, Februar, März, April, November, Dezember
  • Hornhecht
    Belone belone

    Der Hornhecht mit seinem charakteristisch langen, schnabelartigen Maul und den grünen Gräten gilt unter Feinschmeckern als Delikatesse. Bei Gefahr schnellt der Nadelfisch geschickt aus dem Wasser, um seinen Peinigern zu entkommen. In der Ostsee taucht er zur Rapsblüte in großen Schwärmen auf. Der bis zu 80 Zentimeter lange und bis zu 1,8 Kilogramm schwere Oberflächenjäger selbst macht Jagd auf Heringe, Sprotten und Aale. Fangsaison ist von April bis September. Aufgetischt wird er gebraten, pochiert oder gegrillt.

    Monate: April, Mai, Juni
  • Lachs
    Salmo salar

    Wenn die Lachse nicht aus Aquakulturen kommen, liegen ihre Geburtsstätten in Flüssen. Diese wandern die Lachse bis zu 100 Kilometer pro Tag hinauf und lassen sich dabei auch nicht von starken Strömungen aufhalten. Am Ende ihrer Reise, nach dem Ablaichen, sterben die Tiere. Ihr zartes orangefarbenes Fleisch macht sie zu einem der beliebtesten Speisefische. Gefangen wird der stromlinienförmige Jäger mit Kiemennetzen. Der Lachsfang unterliegt Schonzeiten. Die freie Fangsaison an der Küste liegt zwischen Dezember und Mai. Er eignet sich zum Braten, Backen, Grillen, Dünsten, Marinieren, Räuchern, und er schmeckt auch roh.

    Monate: Januar, Februar, März, April, Mai, Dezember
  • Makrele
    Scomber scombrus

    Die Makrele gehört zur Familie der Thunfische. Man erkennt sie gut an den vier bis sechs kleinen Flossen zwischen Rücken- und Schwanzflosse. Außerdem hat die Makrele keine Schwimmblase. Sie lebt in großen Schwärmen in Küstengewässern und kann über 15 Jahre alt, 1,6 Kilogramm schwer und 30 bis 50 Zentimeter lang werden. Der Rücken des grätenarmen und würzig zarten Fisches färbt sich nach dem Ableben blau. Das hat aber nichts damit zu tun, wie frisch er ist. Fangsaison ist von September bis März. Makrelen werden geräuchert, roh als Sushi oder im Ofen gegart serviert.

    Monate: Juli, August, September
  • Meeräsche
    Mugilidae

    Mehr als 40 Arten von Meeräschen sind bekannt: von den eleganten, bis zu 120 Zentimeter langen und bis zu neun Kilogramm schweren Fischen. Sie ernähren sich vorzugsweise von Algenbewuchs und leben mit Vorliebe küstennah oder in Brackwasserbereichen, also dort, wo sich das süße Flusswasser mit dem salzigen Meerwasser mischt. Hierzulande ist die Meeräsche in den Boddenlandschaften von Fischland-Darß-Zingst und in Nordrügen stark verbreitet. Saison hat sie von März bis Juni. In einigen Ländern gilt der gesalzene und getrocknete Rogen als Delikatesse. Serviert wird sie mit entschuppter Haut gebraten, geräuchert oder gegrillt.

    Monate: August, September
  • Meerforelle
    Salmo trutta

    Die Meerforelle wandert zum Laichen zwischen Juli und November die Flüsse hinauf. Im Gegensatz zu ihren nahen Verwandten, den Lachsen, kehren die erwachsenen Tiere ins Meer zurück. Seeforellen erreichen bei einer Größe von 50 bis 60 Zentimetern ein Gewicht von 2 bis 4 Kilogramm. Hat man ein solches Exemplar auf dem Teller, kann man sicher sein, dass er nicht von einer Forellenfarm stammt. Bei Gourmets ist die Forelle beliebt, weil sich das zarte Fleisch leicht von den Gräten ablösen lässt. Der Forellenfang unterliegt Schonzeiten. Die freie Fangsaison an der Küste liegt zwischen Dezember und Mai. Serviert wird die Forelle gegrillt, im Ofen gebacken oder gebraten.

    Monate: Januar, Februar, März, April, Mai, Dezember
  • Plötze / Rotaugen
    Rutilus rutilus

    Der bis zu drei Kilogramm schwere und etwa 55 Zentimeter lange Fisch hat, wie der Name schon sagt, rote Augen und eine rötlich gefärbte Schwanzflosse. Er laicht im Mai und bevorzugt dafür flache mit Seegras bewachsene Ufer in Küstennähe. Saison hat der Plötz von Juli bis September. Die feinen Gräten machen es den Köchen nicht leicht bei der Zubereitung. Ein Trick ist, den Fisch über mehrere Tage in Essig einzulegen, um die Gräten aufzulösen. Danach wird er frittiert, gegrillt oder gebraten.

    Monate: Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember
  • Scholle
    Pleuronectes platessa

    Wer so trickst wie die Scholle, die sich bei Gefahr in den Sand eingräbt, kann eben auch bis zu 45 Jahre alt werden. Keine Ahnung, wie sie dann schmeckt, aber mit bis zu sieben Kilogramm, hat man dann ordentlich was in der Pfanne. Saison ist von August bis Dezember. Wenn es kälter wird, ziehen sich die Schollen in tiefere Gefilde zurück. Die roten Punkte auf Körper und Flossen sind das hervorstechendste Merkmal dieser Fischart, die sich im Gegensatz zu Flundern nicht rau, sondern glatt anfühlt. Ihre Zubereitung: gebraten oder gedünstet.

    Monate: Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember
  • Seehase
    Cyplopterus lumpus

    Der Seehase weist mit dem mit Knochenzähnen besetzten Buckel wohl das extravaganteste Erscheinungsbild unter den Küstenfischen der Ostsee auf. Eine weitere Besonderheit stellen die zu Saugnäpfen umgebildeten Bauchflossen dar. Insgesamt macht der rundliche, bis zu drei Kilogramm schwere und bis zu 170 Zentimeter lange Seehase einen sehr wehrhaften Eindruck. Da er nicht oder nur selten wandert und sich gern in der Tang-Vegetation in Ufernähe aufhält, geht er den Fischern eher selten ins Netz. Wenn, dann wird er getrocknet, gegrillt, pochiert oder gedünstet. Saison für den Seehasen ist ganzjährig.

    Monate: März, April
  • Steinbutt
    Psetta maxima

    Der Steinbutt, ebenfalls ein Plattfisch, wird mit bis zu 40 Zentimetern Länge und bis zu einem Gewicht von zwei Kilogramm größer als die Flunder. Ferner hat er seine Augen für gewöhnlich auf der linken Seite, und sein Körper, sieht man von der Schwanzflosse ab, liefert ein nahezu symmetrisch quadratisches Erscheinungsbild. Die braune Augenseite weist unterschiedlich große dunkle Flecken auf, während die augenlose Seite annähernd weiß erscheint. Wie die Flunder beherrscht der Heilbutt das Versteckspiel im Sand durch die Anpassung seiner Farbe. Saison ist von August bis Dezember. Für die Zubereitung im Ganzen schmoren oder backen oder als Filet pochieren oder braten.

    Monate: April, Mai, Juni
  • Zander
    Stizostedion lucioperca

    Die Stromlinienform und die kräftigen Zähne im Kiefer weisen den Zander als Raubfisch aus. Mit der Jagd auf Artgenossen beginnt er bereits, wenn er selbst erst zehn Zentimeter lang ist. Für gewöhnlich wächst er auf eine Länge von 40 bis 70 Zentimeter und sechs Kilogramm Gewicht heran. Es wurden allerdings auch schon Exemplare von deutlich mehr als einem Meter gefischt. Von Mai bis Juni laicht der Zander. In der Ostsee bevorzugt er Brackwasserbereiche. Saison ist von Juni bis März und von August bis November. Der scheue Jäger wird mit Langleine oder in Reusen gefangen und gefüllt auf der Haut gebraten oder gegrillt serviert.

    Monate: Januar, Februar, März, April, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember

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